Emetophobie - Angst vor dem Erbrechen

Emetophobie, die Angst, die auf den Magen schlägt. Denn mit der Angst vor dem Erbrechen ist nicht zu spaßen. Emetophobie bezeichnet eine intensive, panikartige Angst vor dem Erbrechen. Schwindelgefühle, schwitzige Hände, ein Gefühl der Benommenheit gehören da genauso dazu wie eine latente Übelkeit die gar nicht mehr weggehen mag. Sich zu übergeben macht niemandem Spaß – aber nur 9% der Bevölkerung hat eine übertriebene und ungesunde Angst davor, sich übergeben zu müssen, Frauen eher als Männer.
Die Gefahr, dass man sich übergeben muss hängt wie ein Damoklesschwert über dem Kopf und nötigt die Person, schon Vorkehrungen zu treffen, lange bevor sich die vermeintliche Gefahr des Kotzen-müssens einstellt. Emetophobiker merken oft gar nicht, dass sich ihre Gedanken sehr viel um dieses Thema drehen. Dass sie immer ein Plastiksackerl in der Jackentasche bei sich tragen, nur für den Fall der Fälle. Dass sie bei anderen und sich selbst oft nach Zeichen von Krankheit schauen. Ist meine Nebenfrau blass? Fühle ich mich heute nicht ganz wohl? Woran könnte es liegen, dass mir ein bisschen übel ist? Schnell schleichen sich Zwänge mit ein: lieber einmal mehr die Hände waschen, lieber nochmal den Türgriff desinfizieren.

Woher kommt die Emetophobie?

Die Gründe sind, wie bei fast allen Phobien sehr schwierig, wenn nicht gar unmöglich festzustellen. Es kann sein, dass sich die Ursache in der Vergangenheit finden lässt. Gab es Ärger, wenn man nach einer langen Bergfahrt auf einer kurvenreichen Straße und schwindelig im Kopf nicht anders konnte als sich zu übergeben? Oder ist es einmal in einer sehr unangenehmen Situation passiert, dass es sich sofort unlöschbar ins Gehirn eingebrannt hat?
Aber es muss nicht sein, dass es wirklich eine einzige Situation gibt, in der die Phobie ihren Anfang nahm, manchmal taucht sie auf völlig unerklärliche Art und Weise wie aus dem Nichts auf. Es muss nicht mal sein, dass Sie als betroffene Person schon oft die Erfahrung gemacht haben, wie es sich anfühlt sich zu übergeben. Die Phobie taucht trotzdem auf. Einfach so.

Welche Folgen hat die Angst vor dem Erbrechen?

Emetophobiker leiden im Alltag oft massiv unter ihrer Phobie. Hauptsächlich achten sie extrem darauf, was sie zu sich nehmen. Typischerweise isst man solche Lebensmittel nicht, von denen man sich eine Lebensmittelvergiftung holen könnte. Oder solche, die man nicht selbst zubereitet hat. Oder solche, die nicht lang genug gekocht wurden. Listen werden angefertigt mit sicheren Lebensmitteln, die Essgewohnheiten werden so immer strenger, fast wie bei einer eigens auferlegten Diät.
Diese Diät umfasst meistens auch Alkohol. Am Wochenende feiern zu gehen oder abends mit einem Gläschen Wein den Tag ausklingen zu lassen gehört für den Großteil der Menschen einfach dazu. Doch wenn ich die negativen Konsequenzen fürchte, die zu viel Alkohol nach sich zieht, lass ich den Alkohol lieber einfach weg. Auch wenn ich eigentlich Lust darauf hätte mit meinen Freunden noch eine Runde um die Häuser zu ziehen, greift das Vermeiden des Alkohols auch irgendwann soweit, dass selbst das Ausgehen immer weniger wird. Selbst wenn ich nichts trinke.
Ein großes Thema ist, dass Menschen mit Emetophobie nicht mehr auf Reisen gehen können. Zu groß die Angst, krank zu werden, verdorbene Lebensmittel zu sich zu nehmen, oder die Kleinigkeiten, die ich zu Hause im Griff habe, im Urlaub nicht mehr unter Kontrolle zu haben.

Was tun gegen die Angst vor dem Übergeben?

Sich selbst zu helfen werden Sie schon versucht haben. Einfach über den eigenen Schatten zu springen oder sich selbst in eine möglichst unangenehme Situation zu bringen macht es aber in den wenigsten Fällen besser. Die Phobie loszuwerden geht jedoch mit den richtigen Methoden und unter professioneller Anleitung weit schneller als man denken mag. Die Größte Hilfe in dieser Situation, das hat die Forschung immer wieder bestätigt, liegt in der Psychologie in der Kognitiven Verhaltenstherapie. Gedanken (Kognitionen) und Verhalten haben sich in einer Art und Weise zusammengetan, die einem nicht gut tut und ungesund ist. Deswegen muss auch auf beiden Ebenen gearbeitet werden, diese Angst vor dem Erbrechen loszuwerden.

Struktur und Ablauf unserer Behandlung

Phobius hat sich unter anderem auf die Behandlung von Emetophobie spezialisiert. Mithilfe von Aufklärung über die psychischen und körperlichen Vorgänge und innovativer Techniken erreichen wir, dass Sie wieder angstfrei durch den Alltag gehen können. Teile unserer Behandlung machen sich die bewährte Technik der Konfrontation mit dem angstauslösenden Reiz zu Nutze – mithilfe einer Virtuellen Welt. Der große Vorteil: Sie sind zu hundert Prozent auf sicherem Boden und in guten Händen unserer Psychologen, die Sie Schritt für Schritt aus den kreisenden Gedanken und Ängsten heraus begleiten.
Im Laufe der Behandlung erfahren Sie, was genau Angst ist, wie sie entsteht und warum sie zu einem ständigen Begleiter wurde. Sie werden lernen, wie die Angst mit effektiven Strategien und Verhaltensweisen der Kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) behandelt werden kann. Die KVT ist eine speziell für Ängste geeignete Therapie und erfordert Ihre aktive Mitarbeit. Am effektivsten ist die KVT, wenn sie auf Ihre individuelle Emetophobie zugeschnitten ist und wenn Sie die Strategien zur Behandlung Ihrer Symptome regelmäßig üben. In dieser Behandlung werden Sie lernen, mit körperlichen Beruhigungstechniken, geistigen Strategien und Verhaltensübungen gegen Ihre Emetophobie vorzugehen.
1. Einheit Kennenlernen, Exploration
2.-4. Einheit Wissensaufbau, Erlernen der Techniken zur Angstbewältigung, Strategien erproben
5.-9. Einheit (Virtuelle) Exposition
10. Einheit Abschlussgespräch und Erfolgsplanung für die Zukunft
Eine Emetophobie verschwindet nicht von alleine - im Gegenteil, sie kann im Laufe der Zeit schlimmer werden und vielfältige Folgeerkrankungen nach sich ziehen. Trotzdem lassen sich die meisten Betroffenen nicht behandeln, obwohl dies innerhalb weniger Sitzungen erfolgreich möglich wäre.